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LET'S GO HOME 

Das Abenteuer ERZ IB 2016 Part VI 

Nachdem wir Narbonne hinter uns gelassen hatten, gönnten wir uns einwenig Ruhe, denn am darauffolgenden Tag wollten wir eigentlich bis Deutschland durchfahren. Mal sehen wie weit wir tatsächlich kommen würden. Dank der Routenänderung, die wir schon in Olot beschlossen hatten, konnten wir schon in Frankreich bei Montpellier die recht befahrene Küstenstraße wie geplant in Richtung JuraGebirge und Genfer See verlassen.

 

Eine weitere Nacht im Auto in Frankreichs Natur. Nach insgesamt drei Vorangegangenen in unserem fahrbaren Untersatz, hatten wir uns mit den Gegebenheiten in Auto (einigermaßen komfortabel) zu nächtigen, engagiert.  Deshalb konnten wir recht ausgeschlafen in den Tag 19 nach Beginn unserer Reise starten.

Die Fahrt ging in Richtung Châteauneuf-du-Rhône und weiter in Richtung Jura Gebirge. Wir hatten bereits die Rhône überquert und waren ein Stück am grasgrünen Ufer flussaufwärts gefahren, als sich ein Autohof als perfekter Platz für eine ausgiebigere Pause, mit einem koffeinspendenden Morgenkaffee un

d einem französisches Baguette, anbot. Die Rast hatten wir uns natürlich auch schon verdient, denn seit unserem Start von unserem Schlafplatz kurz nach Nîmes, hatten wir schon wieder knapp 100 km mit leeren Magen zurückgelegt.

 

Die Reise führte uns nun weiter am Ufer der Rhône in Richtung deren Ursprung in der Schweiz. Vorbei an zauberhaften Dörfern bis hin nach Valence. Von Valence, so muss ich gestehen, haben wir leider nichts weiter gesehen als die Straße.  Von da aus ging es buchstäblich quer durch das Jura Gebirge in Richtung Neustädter See. 

In Chanaz, mitten in den Bergen, gönnten wir uns eine weitere Verschnaufpause. Von Chanaz habe ich bis zu diesem Tag leider noch nie etwas gehört, ist jedoch eine bezaubernde kleine Ansiedlung an dem beschaulichen Flüsschen Rotter, mit einem blumengeschmückten Bootssteg, an deren Ufer. Ein kleinwenig erinnerte mich dieses Örtchen an meine heimische Eger und das mittelalterliche Loket. Aber nein, natürlich nur einwenig. Denn der französische Charme ist nicht zu verkennen. 

Von da aus ging es, nun schon wieder zu fortgeschrittener Stunde, weiter in die Höhenlagen des Juragebirges. Eine atemberaubende Landschaft. Natur und nichts als Natur. Deshalb war es uns auch kaum möglich die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz auszumachen. Und irgendwie ist hier alles „scheintot“ in den Bergen. Die Fensterläden sind zugeklappt und man findet kaum einen Tante-Emma-Laden um sich ein Baguette kaufen zu können. Und da dachte ich schon bei uns im Erzgebirge liegt im Sommer der Hund begraben. :-S  - Irgendwann jedoch meldete sich mein Smartphone mit der SMS : „Herzlich willkommen in der Schweiz…“Geschafft! Endlich in der Schweiz.

Wir hatten schon kurz vorher eine weitere, kleine Routenänderung eingefügt. Nicht über den Genfer See sondern in Richtung Lac de Joux und Lac de Neuchâtel sollte unsere Weiterfahrt gehen. Hier am südlichen Ende des letzteren Sees übermannte uns der Hunger und letztlich auch die Müdigkeit. Somit war definitiv klar, auch heute wird uns Deuschland noch nicht wiedersehen.

Gut, was ich natürlich bis dato noch nicht erwähnt hatte, war nun gut einstündiger, ungewollter Zwischenstopp in den Höhenlagen des Jura Gebirges. Denn bevor wir den See und unseren Schlafplatz erreichten, brachte dieser unseren Zeitplan schon dort durcheinander. 

Das Wetter war von der Mittelmeerküste bis hin nach Nîmes recht angenehm. Wir konnten uns bei ca. 25 Grad Außentemperatur nicht beklagen. Das änderte sich jedoch innerhalb weniger Höhenmeter, wie zu befürchten war, in Richtung Jura Gebirge. Und tatsächlich hatten wir gegen 18:00 Uhr gerade mal noch

10 Grad bei einer Höhenlage von ungefähr 1250m über NN. Es war frisch, es war empfindlich frisch meinten wir! Zumindest mit Shorts und Trägershirt. Aber in weiser Vorahnung hatten wir unsere Jacken und lange Hosen im Kofferraum gebunkert, also war ein kurzer Stylingwechsel kein Thema.

Aus unerklärlicher Ursache hatte ich jedoch schon vor Tagen den direkten Zugang (Knopf - Button oder wie aufholet) zum Kofferraum kaputtgemacht, funktionierte dieser leider nur noch mit der Fernbedienung am Schlüssel. Und genau diese Tatsache brachte mir - bei 10 Grad Außentemperatur - eine komplette Räumaktion von 45 Minuten ein, als ich die Sachen dem Kofferraum entnehmen wollte. Während ich die Anziehsachen ausräumte legte ich, geschickter Weise, den zum Öffnen benötigten Autoschlüssel im Kofferraum ab, gaaaannnnzzz unten, untere Reihe vom „Kofferraumtetris“, von oben nie und nimmer zu erreichen. Und das wurde mir schon während des ins Schlossfallen der Kofferraumklappe, schmerzlich bewusst.

NEIN!!!! Nun hieß es: Rückbank beräumen und den Kofferraum von vorn zugänglich machen. Alles im „Tetrissystem“ auspacken, den verbuddelten Schlüssel freilegen und alles wieder so einpacken, dass die Sachen gut verstaut sind. Dabei war ich in Olot so froh, dass wir uns einig waren nicht mehr auspacken zu wollten. Zumindest, die warmen Sachen hatten wir schon mal zu anziehen draußen. Doch den Lacher hatte ich in diesem Moment trotzdem auf meiner Seite. Meine Kinder saßen im warmen Inneren unseres Autos. Aber auch vom Lachen wird einem Warm ;-) Nur das brachte uns wie gesagt nochmal 45 Minuten beziehungsweise gute 80km Verzögerung ein.Doch die Einreise nach Deutschland war für den heutigen Tag eh schon abgehackt. Also was soll´s! Wir suchten uns einen Schlafplatz für wenige Stunden und übernachteten letztmalig auf dieser Reise im Renegade. 

Von unserem Parkplatz in Yverdon-les-Bains am Lac de Neuchâtel aus bis Basel waren es nun nur noch gute 160km. Schon um 3:30 Uhr in der Früh ging die Fahrt weiter, da die Außentemperatur tatsächlich 6 Grad Celsius anzeigte und Regentropfen wie wild an die Fensterscheiben klopften. Schon der Gedanke an diese winterlichen Temperaturen ließ mich vor Kälte erstarren und meine Müdigkeit in Windeseile verfliegen. Meine Mitfahrer brachte ich schnell in die vorgeschriebene Fahrposition und die Reise konnte weitergehen. Zum Glück hatte ich nur die Kofferraumklappe und nicht die Klimaanlage kaputt gemacht. :-D War das eklig kalt und nass!

Recht zügig beziehungsweise in der vom Navi berechneten Zeit erreichten wir die Autobahn in Basel und somit die Landesgrenze. In knapp 4 Stunden hatten wir die 160km auf der Landstraße zurückgelegt, optimaler Durchschnitt der letzten 4600km.

Von da ab waren es nur noch ungefähr 700km und das auf der Autobahn. Endlich sollte es schnell vorwärts gehen. Das einzige Mal seit wir Deutschland am Anfang unserer Reise in Richtung Frankreich verlassen hatte. Somit 

war ein ausgiebiger Frühstücksstopp in der Nähe von Freiburg drin und wir sollten theoretisch trotzdem gegen 15 Uhr zu Hause sein. Leider nur theoretisch. Denn ab Karlsruhe wechselten sich Stau - mit Pullerpause und wieder Stau und wieder Pullerpause in schöner Regelmäßigkeit ab. Auch mein Plan auf die Landstraße auszuweichen, wie ich es eben die letzten beiden Wochen praktiziert hatte, scheiterte kläglich. Kläglich weil, die Innenstädte scheinbar brechend voll waren und die Bewohner leider nicht halb soviel Geduld und Verständnis für nicht Ortsansässige aufbrachten, wie ich es noch Stunden zuvor in Spanien, Frankreich und in der Schweiz erleben durfte. Deshalb fügten wir uns unserem Schicksal und wir blieben im Stau wartend stehen. Eines hatte die ganze Warterei doch Gutes. Zu Hause, am Fichtelberg, erwarteten uns Temperaturen wie am Morgen in der Schweiz von gerade mal 8 Grad Celsius. Hier im Rhein-Main-Gebiet durften wir noch Sonne und Wärme tanken.

20 Uhr dann letztmalig, zumindest während dieser Reise, die Info meines Netzanbieters, dass wir uns im Ausland befinden. Noch eine Stunde ging es jetzt durch die Tschechische Republik und 21:30 Uhr - Juhu - der heimische Parkplatz war in Sicht. 

Schnell das Nötigste auspacken und noch eine Runde auf der Couch entspannen, oh wie fein. Denn jetzt, nach 5378km die wir die letzten 20 Tage zurückgelegt hatten, kann ich sagen, der letzte Tag im Stau war der Anstrengendste und Nervigste. Obwohl man den Spaniern und Franzosen eine recht eigenartige und rücksichtslose Fahrweise nachsagt, es ging immer sehr ruhig und gesittet im Straßenverkehr in beiden Ländern zu. Die Überlandfahrt dort machte mich nicht halb so erschöpft wie die Autobahnfahrt hier in Deutschland. 

Aber gut, jetzt waren wir zu Hause. Die Kinder erschöpft im Bett im Traum wahrscheinlich noch immer auf großer Reise.
Eine wundervolle und abenteuerliche Reise von der wir noch lange viel zu erzählen haben werden. 

 

Eure Yvonne 

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