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Nachwort -ZUR ERZ IB 2016 

Falls sich irgendjemand von euch fragt, wie man eine fünfjährigen dazu bringt die 5.378km ohne murren mitzumachen, hier mein Geheimtipp:

Die Strecke 700km ist für einen Zwerg im Vorschulalter nicht wirklich greifbar. Deshalb gab es bei uns drei Entfernungen, die glaub ich bei jedem Kind eine andere Bedeutung haben, jedoch jeder weiß etwas damit anzufangen.

Für uns sind das folgende:

  1. Oma Helga 120km und ca. 2 Stunden

  2. Oma Christel 8 km wenige Minuten und deshalb - juhu - gleich da

  3. Annaberg 25km 30min Fahrzeit

Auf die Frage am Anfang einer Tour: „Wann sind wir da?“ mit „Einmal Oma Helga und zurück.“ zu antworten, verschaffte mir Ruhe vom nächsten mal. es war einfach noch viel zu lang und das wusste selbst Paul.

Gefährlicher ist die Antwort: „1x Annaberg.“ Da kam meist eine kurze Rückfrage: „Nur hin oder auch wieder zurück?“ Mit hin- und zurück war ich auf der sicheren Seite. Und die Antwort: „Gleich, wir sind schon bei Oma Christel.“ da sollte dann definitiv nichts mehr dazwischen kommen. Sonst werden die restlichen Minuten ungemütlich.

Aber ich muss an dieser Stelle meinen Mitfahrern ein Kompliment aussprechen. Trotz zum Teil extremer Temperaturen - nach oben und unten - gab es kaum ein meckern und schimpfen. Es war schön mit zwei so interessierten und weltoffenen Kindern Europa zu entdecken. Danke, dass wir gemeinsam eine Menge Abenteuer erleben durften und ohne Schaden an Mensch und Maschine, wie man so schön sagt, nach Hause zurückgefunden haben. Beim Thema „weltoffen, gesund und ohne Schaden“ komme ich zu einem Part unserer Reise, was uns praktisch nicht betroffen hat, da es uns erst zum Schluss erreichte, jedoch einen Großteil unserer Reise betreffen hätte können.

Nachdem ich meine Kinder im Bett wusste, sah mir das erste Mal seit drei Wochen die Nachrichten an. Die waren komplett an mir vorbei gerauscht. Gut, das die Tour de France einen Teil unser Strecke tangierte, verrieten uns die Plakate an den Straßen in Frankreich, ebenso, das der 14. Juli der Nationalfeiertag in Frankreich war. Theoretisch, wenn wir nicht umgeplant hätten, wäre unsere Reise ja noch über Saint Tropez und Nizza bis hin zur Ligurischen Küste gegangen. So hätte die Möglichkeit bestanden Nationalfeiertag in Frankreich mitzufeiern. Wohlmöglich in Nizza? Wer weiß.

Diesen Gedanke im Kopf, blieb mir fast der Atem stehen, als ich die News anschaute. Welch ein Glück, dass wir keine Lust mehr auf das Ein- und Auspacken hatten. Die Nachricht vom Attentat in Nizza ging mir durch Mark und Bein. Diese schreckliche Nachricht waren keine 30 Minuten alt, welches Drama. Wie leicht hätten wir noch in der Menge gewesen sein können. Wir hatten da wohl einen vorsorglichen Schutzengel dabei, der die gesamte Reise neben uns hergeflogen sein muss.

Aber trotz der schlimmen Geschehnisse, welche mich auch jetzt nicht davon abhalten würden eine solche Reise wieder durchzuführen, möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass Frankreich ein traumhaft schönes Land ist und ich mich in keinem Moment unsicher fühlte.

Es ist traurig, dass solche Ereignisse, wo immer sie auf der Welt auch passieren, ob in Frankreich, in Belgien, in Thailand, in Tunesien oder in Ägypten, eine so dunklen Schleier über wunderschöne Reiseländer und deren herzliche Bevölkerung werfen.
Ich hoffe trotzdem, noch viele solche erlebnisreiche Reisen unternehmen zu können, um Länder und Leute kennenzulernen.

Denn schon Goethe hat erkannt: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen!“

In diesem Sinne möchte ich mich euch als meine treuen Leser verabschieden und bedanke mich, dass ihr mit uns diese Reise unternommen habt.
Es würde mich freuen, wenn ihr mit uns bald wieder ins Auto oder vielleicht in den Flieger steigt, um ein spannendes Abenteurer mit uns zu erleben.

Bis zum nächsten Mal Eure Yvonne 

 

PS: Falls ihr das ganze zum Ausdrucken möchtet, das dazugehörige PDF findet Ihr hier

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