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OLOT, VULKANE, MÜCKEN & Co.  

Das Abenteuer ERZ IB 2016 Part V

  

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Schon vierzehn Tage sind Paul, Ara und ich unterwegs. Zwei spannende Wochen und 3700 Kilometer liegen hinter und nur noch 5 Tage und ungefähr 1700km noch vor uns.

 

Nachdem wir pünktlich unsere Fähre erreicht hatten, hieß es Abschied nehmen von Mallorca. Und das fiel uns immer wieder schwer. Ja man könnte schon sagen, wir sind einwenig wir sind einwenig verliebt in die charmante Baleareninsel und trennen uns sehr ungern. Aber alles hat nun mal ein Ende. Zum Glück unsere Reise in diesem Fall noch nicht.

Als wir in Barcelona ankamen war es Samstagabend 21 Uhr. Meine Freundin Martina, die wir auf Mallorca zurückgelassen haben, meinte schon, wir werden eine interessante Stadtrundfahrt erleben. Der Verkehr in Valencia würde glattweg vor Neid erblassen. Ja und so ähnlich war dann auch. Die Rambla, Barcelonas Promenade, die die Plaça de Catalunya mit dem Hafen verbindet, war übervoll. Ebenso die dazugehörige Straße, die uns vom Fährhafen aus der Stadt herausbringen sollte. Polizei hier und Polizei da. Und trotzdem, die Stadt war die Ruhe selbst. Im sechsspurigen Kreisverkehr stand einfach alles. Jedoch ohne Drängeln und ohne großartige Huperei. Ich war beeindruckt welche Geduld Los Barceloneses, wie man Barcelonas Einwohner bezeichnet, aufbringen. Auch wir haben uns geduldig angestellt und nach einer knappen Stunde hatten wir die Stadt Richtung Olot, unserem heutigen Ziel verlassen.                                                                                                                                  Eins hat so ein Megaverkehr natürlich auch positives an sich, man hat sehr lange Zeit um sich im Klaren zu werden, welche der X Ausfahrten denn nun die Richtige ist. verliebt in die charmante Baleareninsel und trennen uns sehr ungern.                     Aber alles hat nun mal ein Ende. Zum Glück unsere Reise in diesem Fall noch nicht.

Die Weiterfahrt nach Olot war dann entspannt. In Richtung Pyrenäen waren die Straßen zwar gelegentlich schlecht ausgeleuchtet, so dass der eine oder andere Kreisverkehr wirklich sehr überraschend auftauchte, aber wir kamen trotzdem zügig voran.

Mit Anbruch der Dunkelheit hatten wir dann den Zeltplatz „Camping Restaurant - Les Tries“ erreicht. Schnell das Nötigste noch ausgepackt und Zelt aufgestellt. Recht viele Kilometer haben wir zwar nicht zurückgelegt, von Barcelona aus nur knapp 150, trotzdem waren wir froh am heutigen Ziel angekommen zu sein. 1000 Mücken freuten sich mit uns ;-)

Am nächsten Morgen wollten wir ja einen der 10 Vulkane aufsuchen, im Naturschutzpark der Vulkane der Garrotxa. So nennt sich die Vulkanlandschaft um Olot. Das Naturschutzpark umfasst insgesamt 120 Quadratkilometer. Auf neun Gemeinden verteilt findet man kann 40 inaktive Vulkane. Und wenigstens einen davon wollten wir erklimmen. Gerade an diesem Tag brannte die Sonne vom Zenit, wie an keinem Anderen. Aber was soll’s. Tags darauf wollten wir schon wieder unterwegs sein. Also machten wir uns in glühender Hitze mit ausreichend Wasser auf den Weg. Vom Zeltplatz aus waren drei der Vulkane zu sehen. Doch wir waren staunten nicht schlecht, als unsere Wanderung durch ein privates Anwesen führen sollte, dessen Haushund uns nicht gerade freundlich empfing.Recht schnell haben wir diesen Pfad dann wieder verlassen.

Der nächste Versuch den Krater zu finden, führte uns durch dichtes, dorniges Gestrüpp und ehrlich, ich war mir in manchem Moment nicht sicher, ob wir unser Ziel erreichen würden oder uns gnadenlos im Urwald der Pyrenäen verlaufen hatten. Aber wir erreichten den Krater. Nur ob das wohl der übliche Wanderweg gewesen ist? Diese Frage stellte sich uns beim Aufstieg recht oft. Das Wichtigste war wohl - das Ziel war erreicht! Obwohl, vielleicht nicht so ganz, denn der recht zugewachsene Krater, machte mein Söhnchen nicht so richtig glücklich. Doch ein Stückchen erlosche Lava entschädigte. Fazit, die Gegend ist wunderschön, leider sind Wanderwege sehr spärlich ausgewiesen. Einwenig Abenteuerlust muss deshalb bei der „Suche“ schon mitgebracht werden.

Am gleichen Abend, entschieden wir uns zu einer erneuten Routenänderung. Keine großen Zwischenstopps mehr. Nizza und die Ligurische Küste waren ersatzlos gestrichen, wie man so schön sagt. Unser „Kofferraumtetris“ wurde doch langsam nervig. Letztlich war es eine weise Entscheidung, die Küste früher als geplant zu verlassen, was wir jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnten. In diesem Moment wollten wir einfach nun das Zelt noch zwei Nächte in den Pyrenäen stehen lassen, die Gegend genießen und die letzten Tage chillig angehen, wie es wohl im Jargon meine Tochter wohl heißen würde.

Somit hatten wir noch einen entspannten Tag in Schwimmbad in Olot gewonnen, der gleich gegenüber unseres Zeltplatzes zu finden war. 

Nach Olot sollte es dann über den Grenzort Perpignan nach Frankreich an Mittelmeerküste gehen. Vorbei an Narbonne bis hin nach Montpellier direkt in Richtung Jura Gebirge, Basel und zurück nach Deutschland. Am Vorabend der Abreise machten wir alles fertig, um 04 Uhr in Richtung französische Grenze aufbrechen zu können. Kurzer Check ob das Auto anspringt, da wir ab und an unsere Mobiltelefone im Auto geladen und auch die Kühlbox angesteckt hatten. Alles perfekt, nichts schien schief zu gehen. Hervorragend! Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert. 1000 Mücken warten traurig uns zu verlieren. ;-)

Auch der letzte Morgen am Zeltplatz verlief planmäßig, zumindest bis alle im Auto saßen. Das Zelt war in wenigen Minuten abgebaut und Paul wurde im Halbschlaf ins den Autositz verfrachtet. Fertig gepackt, angeschnallt, Motor gestartet und nix passierte. 

NEIN - nun sprang die Kiste ja doch nicht an! Morgens 03:50 Uhr, in den Pyrenäen, auf dem Zeltplatz. Da wir zum Glück eine Menge Puffer in unsere Reise eingebaut hatten, traf uns das nicht wirklich hart. Nur, im Zelt hätten wir eben weiter schlafen können, anstatt hier im unbequemen Auto auszuharren, bis sich Hilfe anbahnte. Wir nahmen es mit Humor, obwohl es sicher einwenig eigenartig aussah, ein schlafendes Kind in Kindersitz und zwei Leute im Auto, fix und fertig und nichts rührte sich.  

Zum Glück hatte ich, wie in meinem ersten Bericht erwähnt, für diese Reise die Mitgliedschaft bei Jim Drive ins Auge gefasst und wie froh ich in diesem Moment darüber war, könnt ihr euch sicher vorstellen. Zu dieser unchristlichen Zeit rief ich in Deutschland an. Ein netter Mann nahm ab und ich klagte ihm mein Leid. Alle Daten wurden zügig aufgenommen und er wagte sich an eine erste Diagnose. „Es könnte etwas Größeres sein!“ meinte er. Da ich  jedoch ein durchweg optimistisch denkender Mensch bin, meinte ich, es reiche, wenn er mir nur jemand mit Starthilfe schicken würde. Denn meine Vermutung war eben die Batterie. Da der Mitarbeiter vom Automobilclub meinte, vor 9 Uhr tue sich nichts, warteten wir geduldig und versuchten uns wenigstens noch eine Mütze schlaf im Auto zu holen. Ich erwartete eigentlich auch nichts anderes, morgens kurz vor 4 in den Pyrenäen.                               

Aber zu meiner Überraschung meldete sich schon gegen 7 Uhr eine nette Mitarbeiterin von Jim Drive, sie würde, sobald sie in Spanien jemand erreichen würde, mir Hilfe schicken. Das ich Spanisch spreche wäre hier in der Gegend sicher von Vorteil. Keine 10 Minuten später schon kam schon der Anruf der Werkstatt und ja es war von Vorteil, denn der gute Mann sprach tatsächlich nur Spanisch. 7:30 Uhr stand er mit der Starthilfe auf dem Zeltplatz und es war dann Sekundensache, bis mein Auto wieder fit war. Auch die übliche Zettelwirtschaft danach hielt sich in Grenzen. Innerhalb von 5 Minuten war alles vergessen. 

Super! Endlich konnten wir aufbrechen. Frühstück am Meer war nun doch recht utopisch, aber zum Mittagessen sollten wir es wohl schaffen.

Die Fahrt ging nun wie geplant über Figueres nach Perpignan. Ach wie klein und voller Touristen war den dieser Ort? Vollgepackt mit Outlet’s von wohl jeder gängigen Marke. Nur anhalten konnten wir leider nicht, da der Ort, wie gesagt, aus allen Nähten platzte. Gut so, denn damit verspäteten wir uns auch nicht noch weiter. Unsere mehrstündige Verzögerung brachte uns, spätestens an Frankreich Mittelmeerküste, die Rush Hour ein, da in den Städten der Verkehr nun doch schon zum Leben erwacht war. Nun hieß es wie so oft - Geduld. Es ging es zwar langsam, jedoch stetig vorwärts. Dieser zähflüssige Verkehr zog sich hin bis zu dem schönen Städtchen Narbonne. Mit der weithin sichtbaren Kathedrale Saint Just und der Via Domitia, die älteste Römerstrasse die in Gallien gebaut wurde, ist die Stadt schon eine Augenweide. Die Via Domitia verband einst Italien und Spanien auf dem Landweg, überquerte dabei die Alpen und die Rhône bis hin zur

Mittelmeerküste und schliesslich endete sie in den Pyrenäen. Dieser altehrwürdiger Weg begegnete uns auch noch einmal in Montpellier und Nimes. Leider immer nur kurz im Vorbeifahren. Aber diese Region ist unter Garantie eine weitere Reise wert.  

Unseren Stopp am Meer legten wir Agde ein, einer hübschen Kleinstadt, die bereits m 550 v. Chr. gegründet wurde. Mit kleinem Yachthafen und einen schönen breiten Sandstrand erwartet uns das Le Cap d’Agde, dass einwenig aus der eigentlichen Stadt ausgelagerte Tourismuszentrum des Ortes.

Der perfekte Ort, um sich nach bereits 5 Stunden Autofahrt einwenig den Wind um die Nase wehen zu lassen und zum letzten Mal im Mittelmeer, zumindest für diese Reise, Baden zu gehen. Nur das Wasser war recht frisch im Gegensatz zu Mallorca. Aber das tat nichts zur Sache. 

Nach 3 Stunden Pause, ging es zu nun vorgeschrittener Zeit weiter. Weg vom Mittelmeer in Richtung Nimes und Juragebirge. 

Recht weit sollten wir an diesem Tag nicht mehr kommen. Nur noch ca. 3 Stunden fuhren wir weiter. Wir konnten an diesem Abend noch Montpellier, Nimes, Orange bis hin nach Valence durchfahren.Eine wundervolle Gegend! In Valence fuhren wir an einen Plätzchen vorbei, was uns quasi nur so zum Übernachten einlud. Gesagt - getan, das Auto zum Übernachten umgebaut und 22:00h war dann Schlafenszeit, denn gegen 5 Uhr sollte die Reise in Richtung Heimat weitergehen….

 

Bis dahin.... Eure Yvonne

 

 

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