Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

ON THE ROAD  Das Abenteuer ERZ IB 2016 Part II

 

Ganze 2010 km haben wir in 4 Tagen hinter uns gebracht. Und wahrlich mein Wunsch durch Frankreichs „Pampa“ zu fahren, hat mir mein Navi zu 100% erfüllt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 - 60 km/h haben wir uns nun bis Santander vorgekämpft. Aber jede Minute und jeder Kilometer waren es wert. 

Samstag 12:00h Bürotür zu und ab nach Hause. Meine Kinder hatten schon in voller Freude unser Auto bepackt. Die sind da echt gut darin. Wir haben alles in Kisten verstaut, somit ähnelt das Einpacken einem Riesentetris - Spiel. 

 

Da sich mein großen, zuhause bleibenden Familienmitglieder noch eimal zu einem gemeinsamen Mittagessen angemeldet hatten und der überraschend eingetretenen Sommer meinen Plan gegen 14 Uhr loszufahren schon im Vorfeld beeinträchtigte, gingen wir die Sache ganz entspannt an. 18:00 Uhr sagten wir endlich „Adios amigos“ und „Au revoir“.

Weiter als bis Heidelberg hab ich es, bevor mich die Müdigkeit übermannte, dann jedoch an diesem Tag doch nicht mehr geschafft. Die erste Nacht verbrachten wir im Auto, denn 23 h irgendwo noch ein Zelt aufzubauen, hatten wir bereits im Vorfeld abgewählt. Gut nicht zwingend komfortabel, das Auto, aber die paar Stunden würde es gehen. Es „ging“ - bis die Kälte ins Auto gekrochen kam. 3 Uhr. Dann habe ich mich entschieden, mit zwei schlafenden Mitreisenden weiterzufahren.

Auch die weitere Reise bis Freiburg verlief wie erwartet - unspektakulär. Gegen Morgen wurde dann zu ersten Mal mein Auto durstig. Wie wir erst jetzt bemerkten, für Sonntag zu einer recht unchristlichen Zeit, 06 Uhr. Dank der modernen Technik hatten wir zudem beschlossen, die Tankstellen nicht direkt an der Autobahn zu nutzen.

 

Leider lagen Theorie und Praxis, in Hinsicht auf die angegebenen Öffnungszeiten, meilenweit von einander entfernt. Vor allem an einem Sonntag, wie es eben heute der Fall war. Das einfache Tanken wurde somit zur ersten Expedition in Hinterland, die uns knapp 1 1/2 Stunden kostete. Aber… wir haben ja Urlaub. Gut, nach dem 3. Anlauf und einem vorherigen uns absichernden Telefonat, ob die Tankstelle nun auch wirklich geöffnet hatte, waren wir endlich erfolgreich und die Reise konnte weitergehen.

Wie sich später herausstellte, war mein sonntägliches Tankstellenproblem grenzübergreifend und ich war froh mit einem vollen Tank nach Frankreich aufgebrochen zu sein. Unser Navigationssystem hat uns auf eine sonntags sehr wenig befahrende Landstrasse gelotst.

18 Uhr erreichten wir den Zeltplatz in Vichy. Ein sehr schönes und sauberes Fleckchen Erde. Auch die junge Frau an der Rezeption war überaus freundlich. Der Camping de la Croix St Martin erhält somit die volle Punktzahl von mir. Leider wurde ab hier das erste Mal mein Plan abgeändert. 

 

Mulhouse - Belfort - Besançon - Dole - Chalon sur-Saône - Montceau-les-Mines  - Digoin - Vichy  (Für alle die, die sich die Mühe machen möchten, die Route anzusehen.) Eins steht fest. Mit Tankstellen ist diese Strecke nicht gesegnet, zumindest nicht mit solchen, wie wir sie aus Deutschland kennen: mit Tanken, reingehen zum Bezahlen und noch fix Das einkaufen, was wir versehentlich im Supermarkt vergessen hatten. Und genau das war unser Problem. Es war nicht das Tanken an sich, was wir dringend brauchten war WASSER. Es war zur Neige gegangen. Schlappe 2 Stunden waren wir auf der Suche bis wir in Chalon sur-Saône einen geöffneten Supermarkt gefunden haben. Nachdem wir das kostbare Gut dann erstanden hatten, gab es, wie sollte es sein, auch Tankstellen und geöffnete Supermärkte an anderer Stelle. Eins sollte man noch wissen!!! Diese Stecke ist übersät mit Blitzern. Doch gerade diese Tatsache macht auch die Franzosen zu sehr angenehmen Verkehrsteilnehmern. 

Die Stadt Vichy zu besuchen, mit den Thermalquellen und dem Palais des Congrés, haben wir zeitlich leider nicht mehr geschafft, da wir uns nach den ersten 1200 km einen relaxten Vormittag auf dem Zeltplatz gegönnt haben. Gut zumindest sind wir bei der Weiterreise dran vorbeigefahren. ;-) Gegen 14 Uhr waren das Zelt wieder abgebaut und alle Utensilien im Tetrissystem erneut im Auto verstaut. 

Mein Smartphone verfügt über 4 verschieden Karten- bzw. Navigationssysteme. Als ich diese befragte, welches denn der kürzeste Weg nach Santander sei, staunte ich nicht schlecht - es gab doch 10 erheblich von einander abweichende Routen, die uns vorgeschlagen wurden. Unsere Entscheidung quer durch - haben wir letztlich nicht bereut. Gleich zu Beginn überquerten wir das Zentralmassiv. Überraschender Weise führte unsere Strecke direkt am Volcan Volvic vorbei - ihr wisst schon, der mit dem Wasser aus Vulkangestein. Weiter ging es nach der Überquerung des Passes von über 1.000m Höhenmetern nach Ussel, Bergerac und Marmande. 

Ab da nahm mich mein Navi dann wahrhaftig beim Wort. Es ging querfeldein. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag nur noch bei 50 km/h. Nun wurde mir bewusst, wieso für schmale 856 km 12 Stunden berechnet wurden. die wir letztlich auch 

komplett „auskosteten“. Doch jeder einzelne Kilometer  waren es wert. Der Weg führte uns durch verschlafene kleine Örtchen, deren Bewohner, so schien es mir, noch nie ein Auto mit Nicht-französischem Kennzeichen gesehen hatten. Die Häuschen urig, wie man sich das ländliche Frankreich eben vorstellt. Einfach nur schön. Auch die Landschaft, bei 50 km/h hat man auch noch genügend Freiraum, um diese zu betrachten, ist einfach eine Augenweide. An mancher Stelle schien die zeit stehen geblieben zu sein. Scheinbar weitab von jeglicher Zivilisation. Jedoch war ich auch heilfroh, das mein Auto weder wieder Durst noch irgendein Wehwehchen hatte. Wie sich diese Situation gestaltest hätte, daran mag ich keinen Gedanken verschwenden. Auch diese Nacht kampierten wir wieder im mehr oder weniger komfortablen Auto und wie letztes Mal weckten mich ernüchternde 11 Grad Außentemperatur um 03:20 Uhr und rieten mir instinktiv zur Weiterfahrt in Richtung Bayonne. ENDLICH waren wir dann Spanien.

Mein Navigationssystem führte uns im Baskenland in Richtung Bilbao, direkt an der Autobahn und am Meer entlang. Auch das Wetter meinte es nun gut mit uns. Strahlend blauer Himmel mit 25 Grad, eine Wohltat nach den letzten frostigen Nächten in Auto und Zelt. Die letzten Kilometer waren geprägt von der kurvenreichen Küstenstrasse und beeindruckenden Viadukten, die sich in schwindelerregender Höhe durch die Ausläufer der Pyrenäen bis hin ins Kantabrische Gebirge zogen. Und ehrlich gestanden war ich froh, die Option - Mautstraßen und Autobahnen meiden - gewählt zu haben, denn so ganz schwindelfrei bin ich nicht. Unsere erst Etappe endete genau nach 2010 km in Santander.

Santander, die einwenig gestresste Hauptstadt Kantabriens mit etwas weniger als 200.000 Einwohner.

Der erste Eindruck - einwenig nüchtern - genauso wie es mir meine dort beheimatete Freundin bereits im Voraus beschrieb. Doch die nächsten Tage sollten mir zeigen, dass das wirklich nur der erste Eindruck gewesen ist. Die Region hat eine unbeschreiblich schöne Natur und ist reich an archäologischen Fundstellen. Jederzeit eine Reise wert.

Doch davon erfahrt ihr mehr in meinem nächsten Teil, „Von Kantabrien einmal quer durch“.

 

Bis dahin wünsche ich euch ein paar schöne Tage

Eure Yvonne

 

 

 

 

 

 

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?