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VON KANTABRIEN EINMAL     QUER DURCH Das Abenteuer ERZ IB 2016 Part III  

Unsere spanischen Freunde, Belén, Nacho und Daniel haben keine Zeit und Mühe gescheut uns in drei Tagen eine Vielzahl von Sehenswertem ihrer Heimat  zu zeigen. Wie zum Beispiel Altamira in Santillana del Mar, die in diesem Jahr auch von Hollywood in Szene gesetzten Höhle aus der Steinzeit.

 

Wie geplant sind wir nach gut 2000km exakt 13 Uhr in Santander angekommen, pünktlicher, als wir es je schaffen zum Mittagessen bei meiner Eltern im dem nur 8km entfernten Örtchen aufzukreuzen. Da bin ich schon einwenig stolz ;-), obwohl wir in Santander noch eine Ehrenrunde durch die Stadt drehten. Quasi eine ungeplante, jedoch sehr interessante Stadtrundfahrt. Unsere Freunde erwarteten uns in deutscher Manier mit Nürnberger Bratwürstchen und Pommes :-D. Perfekt um das mittägliche flaue Gefühl im Magen zu bekämpfen.

Danach ging es auch gleich los. Belem und Nacho haben sich viel Mühe gegeben, um uns in den wenigen Tagen die wir hier verweilen dürften, ein großes Repartier ihrer sehenswerten Heimat nahezubringen. Da wir vorher noch nie da gewesen sind, war es jedoch nicht sonderlich schwer Interessantes und Neues zu finden. Bereits am Ankunftstag hatten wir noch mehr als 8 Stunden Zeit, um den ersten, nüchternen Eindruck der Stadt zu neutralisieren und die Schönheit dieser Region zu betrachten.  Die Unmenge an verbleibender Zeit ergibt übrigens sich aus der Tatsache, dass hier, wie wir es auch von anderen Regionen im mediterranen Raum kennen, die Uhren anders schlagen. Das hieß an diesem Tag für uns, Abendessen nicht vor 22 Uhr - eine sehr lange Zeit bis dahin. Aber sie war kurzweilig und somit fiel der Hunger gar nicht so sehr ins Gewicht.

Doch bevor ich davon mehr erzähle, noch eine kurzer Nachtrag zum letzten Teil meines Roadtrips. Ganz ehrlich, ich hatte sie in Frankreich ganz vergessen, die EM. An nur einer einzigen Stelle war davon überhaupt etwas zu bemerken. Eine Brücke in Vichy war mit Flaggen der teilnehmenden Nationen geschmückt. Ansonsten erinnerte wirklich nichts an dieses Ereignis. Keine Verkehrskontrollen und keine Public Viewings. Viel entspannter als ich es gedacht hatte.

Doch wieder zurück zu meinen Freunden in Santander.

Wir starteten mit den Autos meiner Freunde in Richtung Küste auf Península de La Magdalena und el Palacio de La Magdalena, die sich unweit der Stadt befinden. Ich war schon sehr froh, heute keine Verantwortung mehr in Santander’s Straßenverkehr mehr übernehmen zu müssen. 

Kaum 5 km außerhalb der Stadt, waren wir überwältigt von der Schönheit der  Küstenlandschaft unweit der City. Grasbewachsenen Klippen und honiggelbe Sandstrände soweit das Auge reicht.

Doch schon hier stoßen wir auf Geschichtsträchtiges. Unweit des alten Leuchtturmes, der auf der Peninsula zu sehen ist,befindet sich auch das Museo del Hombre y la Mar. In Wirklichkeit ist es ein weitläufiges Freiluftmuseum, in dem wir die Reproduktion der „Santa Maria“, dem Flaggschiff, sowie die der beiden kleineren Karavellen „La Niña“ und „Pinta" von Kolumbus Flotte, finden. Ich war überrascht wie klein die „Bötchen“ gewesen sind. In der Werft von Santander liefen auch einst die originalen Karavellen von Kolumbus Flotte von Stapel. 

Aber auch Zeugnisse der Franco Diktatur sind überall zu finden. Er wusste sich definitiv in Szene zu setzen. 

Letztlich besuchten wir noch Pinguin & Co. im Minizoo. Und ehe wir uns versahen, war der erste erlebnisreiche Tag zu Ende. 23:30 Uhr fanden wir dann glücklich unser Bett. 

Am Tag zwei in Santander führte uns unsere Erkundungstour nach Santillana del Mar, dem Ort der drei Lügen. Denn er ist weder heilig (santa), noch ist er eben(flach)     (llana), noch hat er ein Meer (del mar). „El pueblo de los tres mentiras, ni es santa, ni es llana, ni tiene mar.“ wie man dort zu sagen pflegt. 

Aber schön ist es das Städtchen. Mit seiner Kapelle und der Stiftskirche hat es einen ganz besonderen Charme. Leider hat sich Franco selbst an dieser verewigt und eine Innschrift hinterlassen. Nichtsdestotrotz ist Santillana del Mar bezaubernd. Schmale Gässchen bahnen sich den Weg zu Plaza. Häuschen, deren Deckenhöhe scheinbar nicht höher als 150cm sein können, mit Planzen behangenen Balkonen säumen den Weg dahin. Alles ist sehr sauber und gepflegt. In der Luft ein Hauch süßem Duftes aus der Pasteleria - der Konditorei - gleich um die Ecke. Ein traumhaft schönes Örtchen.

Unweit des Ortskerns finden wir die wohl bekanntest Höhle ganz Spaniens -  Altamira. Wir hatten natürlich viel Glück, dass unsere Freunde massgeblich an der Konstruktion der originalen Nachbildung der Höhle beteiligt waren und uns deshalb sehr viel über deren Geschichte erzählen konnten.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Geschichte in steinzeitlichen Malereien an den Wänden der Cuevas, der Höhlen, verewigt sind. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich dem Hollywoodstreifen „Altamira“ aus dem Jahr 2016 mit Antonio Banderas recht wenig Beachtung geschenkt. Er wurde am Originalschauplätzen gedreht und erzählt die Geschichte der Entdeckung der Höhlen. 

Am Nachmittag ging es weiter nach Comillas nur wenige Kilometer von Santillana der Mar entfernt. Dort schuf Antonio Gaudí sein einzigartiges Caprichio. Einzigartig vermischen sich hier Musik, Poesie, Malerei und Architektur. Hispanische und arabische Elemente finden sich an jeder Ecke. Doch vor allem die Hausfront, mit Sonnenblumen verziert, macht die Casa del Gaudi so besonders, wie eben es der Künstler selbst ist.

Noch eine Vielzahl von Bauwerken finden wir in Comillas, von der Fuentes de Tres Cañon bis hin zur Casa Ocejo von Antonio Lopez, dem ersten Marquis von Comillas. Jedes Einzelne erzählt hier seine eigene Geschichte und würde, ins Detail erläutert, wohl ein ganzes Buch füllen und den hiesigen Rahmen sprengen.

Nach Gaudí noch ein kurzer Besuch am Strand von Comillas und dann ging es nach einem sehr erlebnisreichen Tag zurück nach Santander.

Den letzten Tag gingen wir sehr entspannt an. Zumindest nachdem wir eine letzte Höhle mit Malerei in der Nähe von Camargo besucht hatten. Die prähistorische Höhle „El Pendo“ ist noch im Original zu besichtigen. Größe und Historie der Wohnstätte unserer Vorfahren sind schon sehr beeindruckend.

Der Nachmittag von Tag Nummer drei war einzig und allen den Spielplätzen gewidmet und davon gibt es in Santander eine Menge, gepflegt und sehr schön. Vielleicht nicht zuletzt weil die Stadt tatsächlich eine Beauftragte hat, die sich einzig und allein darum kümmert, dass Papierkörbe gelehrt, Spielgeräte in Ordnung und die Stadt sauber sind. 

Santander wurde wegen der großen Feuers von 1941 in sehr moderner Architektur wiederaufgebaut. Diese ist nicht zwingend schön. Aber diese Tatsache würde mich nicht davon abhalten, Kantabrien ein weiteres Mal zu besuchen. Es ist eine sehr interessante Region und nächstes Mal mache ich sicher einen Abstecher in die Höhenlagen der kantabrischen Gebirges.

Heute, am letzten Tag, wurde das Abendessen einwenig vorverlegt. Nachdem ich eine kleine, abendliche Siesta gemacht hatte, starteten wir nach dem Abendbrot 23:30 Uhr wieder vollgepackt nun Richtung Valencia. 

Wir entschieden uns wohlweislich für eine frühere Abfahrt. Somit war es auch kein Problem eine dreistündige Pause in Burgos einzulegen. Anfänglich war erst der nächste Morgen geplant. Ganz entspannt und relaxt konnten wir dann auf Spaniens Landstrasse in den Sonnenaufgang starten. Eine herrliche Gegend. Ein Mancher würde meinen einwenig karg. Sicher, da hat er nicht ganz unrecht. Doch gerade das verleiht der Region seinen ganz besonderen Charme. Teilweise hatte ich den Eindruck im Grand Canyon zu sein. Terrafarbene, ausgetrocknet Weiten und ewig lange und kerzengerade Straßen charakterisierten den Trip durch Zentralspanien.

Ab und an meinte ich, wenn ich mein orangefarbenes Auto in dieser Steinwüste parken würde, hätte ich sicher Probleme es wiederzufinden. Mitten in dieser Einöde stießen wir auf das Castello Almenar - einer Burg nur wenige Fahrminuten von Soria entfernt. Verlassen und von scheinbar von niemanden mehr beachtet. Der Grund unseres Zwischenstopps war eigentlich die Suche nach Koffein. Wir hatten vor eine typische spanische Cafebar zu suchen und hatten Glück. Hier in Almenar  schien tatsächlich die Zeit stehen geblieben zu sein. In einem Hostel traf sich das ganze Dorf zum Frühstück. Mit vielen Touristen hatten sie hier augenscheinlich nicht zu tun. Man war überrascht, dass sich die Extrañeros, die Ausländer, einfach unter die Einheimischen mischten. Nach anfänglicher Verblüffung sie waren alle jedoch überaus freundlich. Wir würden dort jederzeit wieder unseren Koffeinhaushalt auffüllen. ;-)

Weiter ging es dann in Richtung Valencia. Sehr gut in der Zeit, zum Glück! Denn die Fähre wartet ja bekanntlich nicht. 

Wir fuhren zum Teil auf 1200m - also eigentlich unsere gewohnte Höhenlage. Was jedoch bei 30 Grad Außentemperatur gar nicht so spürbar war. Erst kurz vor der Küste wurde uns die Höhe bewusst, als es wieder abwärts ging. 

In Valencia angekommen, oh Schreck, Chaos. Fünfspurige Kreisverkehre. Wie gut zu wissen wohin die Reise gehen soll. Mein Navi hatte wieder seine Daseinsberechtigung gefunden. Von Santander bis vor die Tore von Valencia war das nicht unbedingt der Fall. Doch auf den Meter genau führte es uns in den Fährhafen. Welch ein Glück! Einwenig zu früh, aber das war uns gleich. Besser als zu spät.  Wir waren froh durch den Großstadtdschungel den richtigen Anlegeplatz gefunden zu haben. Die gut gemeinte Frage des netten Angestellten im Büro der Fährgesellschaft, ob wir denn nicht noch einmal in die Stadt fahren wollten, um uns die Zeit zu vertreiben, verneinte ich ohne Zögern. Man soll sein Glück ja nicht überstrapazieren. 

Fährticket bestätigt und Auto geparkt, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen, um der Dinge zu harren die da kommen sollten. Vier Stunden. aber keinesfalls langweilig. Am Hafen ist immer was los. Pünktlich fuhren wir auf die Fähre und suchten unsere Sitze. Zwischenzeitlich, bis auf die 3 Stunden in Burgos, waren wir mehr als 20 Stunden auf den Beinen und somit froh einfach in die Sessel zu sinken und zu schlafen. Denn wenn wir aufwachen geht das Abenteuer weiter. Und wir freuen uns darauf. 

Sicher wird es auch von Mallorca wieder Interessantes zu berichten geben. Seid gespannt.  

 

Macht´s gut bis dahin…

Eure Yvonne

 

 

 

 

 

 

 

 

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